Keine Gefahr durch Flammschutzmittel
 

Sie finden sich in Computern und in Textilien, die Flammschutzmittel – und sie finden sich in der Umwelt. Wie ihre „Verwandten“, die berüchtigten PCBs (polychlorierten Biphenyle), können sich die polybromierten Diphenylether (PBDE) in Tieren und dem Menschen anreichern und dann für gesundheitliche Probleme sorgen.

Seit Jahren verboten

Dabei sind PBDE und andere Flammschutzmittel im Prinzip ein Segen, weil sie die Entstehung eines Brandes wirkungsvoll bremsen können, etwa wenn eine Zigarette auf einen Teppich oder einen Polstersessel fällt. Wegen der Gefahren für die Umwelt sind PCBs seit langem verboten, bei den PBDEs hat sich die Industrie bereit erklärt, freiwillig auf die Anwendung zu verzichten.

Mittlerweile sind auch am Bodensee und in den dort lebenden Fischen polybromierte Flammschutzmittel nachweisbar. Das hat ein jetzt abgeschlossenes Projekt namens FLABO (Flammschutzmittel in Bodenseeorganismen) ergeben, das aus Mitteln der EU gefördert wurde. Dabei wurden an sieben Probestellen rund um den See Sedimente auf PCBs und PBDEs untersucht. Auch Brachsen und Dreikantmuscheln wurden beprobt.

Das Ergebnis ist einigermaßen beruhigend. Zwar ließen sich diese Schadstoffe überall nachweisen, und das in ansteigenden Konzentrationen vom Sediment über die Muschel bis zum Fisch. Doch die Konzentrationen lagen deutlich unter den Grenzwerten und Qualitätszielen. Somit besteht keine Gefahr für das Trinkwasser.

Kaum Rückstände in Fischen

Auch Speisefische aus dem Bodensee lassen sich bedenkenlos verzehren: Die PCB-Konzentrationen waren weit unter den gesetzlichen Grenzwerten, und die PBDE-Werte lagen noch einmal erheblich unter den PCB-Werten. Für Flammschutzmittel gibt es noch keine Richt- oder gar Grenzwerte.

Allerdings lässt sich nicht ausschließen, dass es in der Kombination von mehreren Mikroverunreinigungen zu bisher unbekannten Effekten kommt. Daher ist im Sinne des vorbeugenden Gewässerschutzes jede Maßnahme wichtig, die eine Verringerung des Eintrags solcher Stoffe in den See zum Ziel hat.