|
Beachtliche 3,9 Millionen Passagiere
hat die Weiße Flotte im vergangenen
Jahr mit ihren insgesamt 35 Fahrgastschiffen über den Bodensee geschippert.
Allein die Konstanzer Schifffahrtsbetriebe mit ihren 14 Schiffen
fuhren mit 2,3 Millionen Fahrgästen
ein Plus von neun Prozent ein. Dabei
spielte sicherlich das gute Wetter eine
Rolle – aber auch der unverkennbare
Trend zum Inlandtourismus.
Für die Kommunen rund um den
See ist dies zweifellos eine erfreuliche
Entwicklung, bringen doch mehr Touristen auch mehr Geld in die klammen
Gemeindekassen. Andererseits müssen
Einrichtungen für die Touristen
auch attraktiv gehalten werden. Die
Wiedereröffnung des ehemaligen
Palasthotels im vorarlbergischen
Lochau ist ein gelungenes Beispiel, an
alte Traditionen anzuknüpfen, den
Tourismus zu fördern – und dabei den
Uferschutz nicht zu vernachlässigen.
Der Schutz der Flachwasserzone
und die Renaturierung verbauter Ufer
ist der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee
ein besonderes Anliegen. Mit dem von ihren Experten erhobenen „Renaturierungspotenzial am Bodenseeufer“
will sie einen wichtigen Beitrag dazu
leisten. Denn insgesamt, so ergab die
Erhebung, könnte in Zukunft mit Hilfe
geeigneter Maßnahmen gut die Hälfte
des gesamten Ufers in die Kategorie
„naturnah“ gebracht werden. Heute
dagegen lässt sich nur etwa ein Fünftel
in Stufe „naturnah“ einordnen.
Eine solche Aufwertung ist nicht
nur ökologisch wünschens wert.
Zudem dürfte ein naturnah gestaltetes
Ufer die meisten Menschen weitaus
stärker anziehen
als Mauern
und Beton.

| Auch im Jahr 2010 haben sich fünf Schiffe der weißen Bodensee-Flotte zur traditionellen Sternfahrt getroffen. |
Foto: Stadtwerke Konstanz |
|