So könnte der Bodensee früher ausgesehen haben.
Beeindruckende 536 Quadrat kilometer groß ist der Bodensee heute –
aber er bedeckte schon einmal ungefähr
die doppelte Fläche: Vor 14.000
Jahren, am Ende der Würmeiszeit, erstreckte sich der Vorläufer des Bodensees dank des sogenannten Rheintalsees weit nach Süden ins Rheintal hinein
bis in die Nähe des heutigen Chur.
Doch nach nur 4000 Jahren war dieser
Teil des Sees schon wieder verlandet,
aufgefüllt von den riesigen Schuttmengen, die der Rhein Jahr für Jahr
aus den Alpen mit sich brachte.
Ein Teil der früher deutlich größeren
Fläche ist auch auf den damals
höher gelegenen Seespiegel zurückzuführen. Ein Schuttwall wirkte im
Westen des Sees wie ein Staudamm.
Doch am Ende der Eiszeit wurde dieser
auf etwa 415 Höhenmeter gelegene
Riegel auf eine Höhe von heute nur
noch 395 Meter über dem Meer abgetragen - eine nicht unerhebliche
Schrumpfkur für den Bodensee.
Vor dem Rheintalsee gab es jedoch
im Zuge der Erosionstätigkeit der
Gletscher der verschiedenen Eiszeiten
bereits eine ganze Reihe weiterer
Bodensee-Vorläufer. Auch diese erstreckten sich vermutlich weit hinauf
ins Rheintal. Sie alle gehen indes auf
ein gravierendes geologisches Ereignis
zurück: die Auffaltung der Alpen am
Ende des Tertiärs, eine Folge der
Kollision der afrikanischen mit der
europäischen Kontinentalplatte.
Nördlich dieser Knautschzone entstand
dann sozusagen zum Ausgleich
eine Art Trog, also eine ideale „Brutstätte“ für viele kleinere Seen im Voralpenland, die allerdings im wieder
von den Schuttmassen der nach Norden entwässernden Flüsse aufgefüllt
wurden. Insgesamt sehen die
Geologen heute den See als das Werk
eiszeitlicher Erosion, wobei die Alpen-
Auffaltung zweifellos bei der Bildung
des Sees Pate gestanden hat.
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