Wozu dient der Bodensee?
 

Ökologisch wertvoller Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, Trinkwasserreservoir, attraktiver Siedlungsraum, begehrtes Urlaubsziel für Touristen: der Bodensee erfüllt viele Funktionen. Über sechs Millionen Übernachtungen werden rund um den Bodensee Jahr für Jahr gezählt, allein für das deutsche Ufer rechnen Tourismusexperten zudem mit jährlich rund 14 Millionen Tagesausflüglern. Verwunderlich ist das nicht, strahlt doch die amtliche Badegewässerkarte seit Jahren in tiefem Blau, was „zum Baden gut geeignet“ bedeutet. Dabei werden rund um dem See etwa 18 Kilometer Ufer nur von Strandbädern und Badeplätzen in Anspruch genommen. Und auch die „Freizeitschipper“ kommen auf ihre Kosten: Im Jahr 2009 waren am See rund 57.000 „Vergnügungsfahrzeuge“ registriert – was umgerechnet auf das 273 km lange Ufer die durchgängige Belegung mit Booten bedeuten würde.

Noch wichtiger als das Freizeitvergnügen ist für den Menschen jedoch das Wasser des Sees, das auch ohne Aufbereitung in physikalisch-chemischer Hinsicht Trinkwasserqualität hat: Holt man aus der Tiefe mit einem Probenschöpfer Wasser, kann man es problemlos trinken: Es schmeckt nicht nur hervorragend, sondern unterschreitet auch ohne weitere Aufbereitung die physikalisch-chemischen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung.

So kann sich die weitere Aufbereitung des Rohwassers auf die sichere Abtötung eventueller Krankheitskeime und die weitestgehende Entfernung unerwünschter Partikel beschränken, beispielsweise Planktonreste oder Sedimentteilchen, die bei Hochwasser eingeschwemmt werden. Insgesamt versorgt der See mehr als fünf Millionen Menschen mit bestem Trinkwasser, wobei es in den Leitungen der Bodensee-Wassserversorgung bis hinauf zum Odenwald im Norden Baden-Württembergs fließt.


Der Bodensee, ein Freizeitparadies für Segler. Foto: Blattner