
| Zum fünfzigsten Geburtstag gratulierten: Landesrat Karlheinz Rüdisser (Vorarlberg), Moderatorin Claudia Kleinert, Claudio Lardi (Graubünden), Dr.
Stephan Müller (Bern), Bischof Markus Büchel (St. Gallen), Staatssekrektärin Melanie Huml (Bayern), Regierungsrat Willi Haag (St. Gallen),
Ministerialdirektor Bernhard Bauer (Baden-Württemberg), Dr. Jakob Stark (Thurgau) (v.l.n.r.) Fotos: Regina Kühne |
Das als Unesco-Weltkulturerbe ausgewiesene
Kloster St. Gallen mit seiner
berühmten Stiftsbibliothek bildete den
passenden Rahmen für den Festakt
zum 50. Gründungsjubiläum der
Internationalen Gewässerschutzkommission. Immerhin hat sich die IGKB
den Schutz des Wassers – eines außerordentlich hohen Gutes – in ihr
Stammbuch geschrieben.
Der St. Gallener Bischof Markus
Büchel erinnerte in seiner Ansprache
daran, dass weltweit mehr als eine
Milliarde Menschen unter akutem
Mangel an Trinkwasser leiden. Und er
betonte, wie wichtig es sei, dass es am
Bodensee und am Rhein Verträge der Anrainerstaaten gebe, die eine Übernutzung
des Wassers oder eine zu
große Schadstoffbelastung verhinderten.
"Wir haben deshalb Grund, dankbar
auf die Zusammenarbeit der Internationalen Gewässerschutzkommission der letzten fünfzig Jahre zurückzublicken", sagte der Bischof. Und er
mahnte, "immer wieder dankbar zu staunen über die Größe und die Schönheit der Schöpfung“.

| Informationsaustausch: Dr. Stephan Müller vom Bundesamt für Umwelt in Bern (im Vordergrund links) und Regierungsrat Willi Haag (St. Gallen). |
Die Schönheit und vor allem das
ökologische Gleichgewicht des Sees
zu bewahren – und damit auch seine
Funktion als intakter Trinkwasserspeicher –, ist die Aufgabe der IGKB.
Als sie vor 50 Jahren gegründet wurde,
drohte sich die Wasserqualität des
Sees massiv zu verschlechtern. Der
Grund war die stetig zunehmende
Einleitung ungeklärter Abwässer. Der
See war damals schon so verschmutzt,
dass im schweizerischen Rorschach
"der Schularzt nur jenen Kindern das
Baden im Bodensee erlaubte, die eine
von den Eltern unterschriebene Einwilligung vorweisen konnten", wie Stephan Müller vom schweizerischen
Bundesamt für Umwelt in Bern in seiner
Rede ausführte.
Glücklicherweise haben sich die
Verhältnisse inzwischen grundlegend
gebessert. Der Bodensee ist heute wieder
so sauber wie in den 1950er
Jahren. An diesem Erfolg hat die IGKB
einen erheblichen Anteil.
Doch auf diesen Lorbeeren kann
und will sich die Kommission nicht
ausruhen. "Wir brauchen einen Zustand, der sowohl gegenüber anthropogenen
Einflüssen als auch gegenüber ungünstigen Witterungsverhältnissen, nicht zuletzt im Zusammenhang
mit dem Klimawandel, langfristig stabil
ist" forderte im Namen der gesamten
Kommission Ministerial direktor
Bernhard Bauer, Amtschef im Umweltministerium des derzeitigen Vorsitzlandes Baden-Württemberg. Neben dem Erhalt der guten Wasserqualität gilt die Aufmerksamkeit der IGKB
unerwünschten Spurenstoffen und
auch dem Schutz der Ufer- und Flachwasserzonen des Sees.
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