Die IGKB: eine Erfolgsgeschichte
Dem Bodensee geht es heute wieder viel besser als in den 1960er und 1970er Jahren. Daran hat die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee entscheidenden Anteil.
 

Zum fünfzigsten Geburtstag gratulierten: Landesrat Karlheinz Rüdisser (Vorarlberg), Moderatorin Claudia Kleinert, Claudio Lardi (Graubünden), Dr. Stephan Müller (Bern), Bischof Markus Büchel (St. Gallen), Staatssekrektärin Melanie Huml (Bayern), Regierungsrat Willi Haag (St. Gallen), Ministerialdirektor Bernhard Bauer (Baden-Württemberg), Dr. Jakob Stark (Thurgau) (v.l.n.r.) Fotos: Regina Kühne


Das als Unesco-Weltkulturerbe ausgewiesene Kloster St. Gallen mit seiner berühmten Stiftsbibliothek bildete den passenden Rahmen für den Festakt zum 50. Gründungsjubiläum der Internationalen Gewässerschutzkommission. Immerhin hat sich die IGKB den Schutz des Wassers – eines außerordentlich hohen Gutes – in ihr Stammbuch geschrieben.

Der St. Gallener Bischof Markus Büchel erinnerte in seiner Ansprache daran, dass weltweit mehr als eine Milliarde Menschen unter akutem Mangel an Trinkwasser leiden. Und er betonte, wie wichtig es sei, dass es am Bodensee und am Rhein Verträge der Anrainerstaaten gebe, die eine Übernutzung des Wassers oder eine zu große Schadstoffbelastung verhinderten. "Wir haben deshalb Grund, dankbar auf die Zusammenarbeit der Internationalen Gewässerschutzkommission der letzten fünfzig Jahre zurückzublicken", sagte der Bischof. Und er mahnte, "immer wieder dankbar zu staunen über die Größe und die Schönheit der Schöpfung“.


Informationsaustausch: Dr. Stephan Müller vom Bundesamt für Umwelt in Bern (im Vordergrund links) und Regierungsrat Willi Haag (St. Gallen).

Die Schönheit und vor allem das ökologische Gleichgewicht des Sees zu bewahren – und damit auch seine Funktion als intakter Trinkwasserspeicher –, ist die Aufgabe der IGKB. Als sie vor 50 Jahren gegründet wurde, drohte sich die Wasserqualität des Sees massiv zu verschlechtern. Der Grund war die stetig zunehmende Einleitung ungeklärter Abwässer. Der See war damals schon so verschmutzt, dass im schweizerischen Rorschach "der Schularzt nur jenen Kindern das Baden im Bodensee erlaubte, die eine von den Eltern unterschriebene Einwilligung vorweisen konnten", wie Stephan Müller vom schweizerischen Bundesamt für Umwelt in Bern in seiner Rede ausführte.

Glücklicherweise haben sich die Verhältnisse inzwischen grundlegend gebessert. Der Bodensee ist heute wieder so sauber wie in den 1950er Jahren. An diesem Erfolg hat die IGKB einen erheblichen Anteil.

Doch auf diesen Lorbeeren kann und will sich die Kommission nicht ausruhen. "Wir brauchen einen Zustand, der sowohl gegenüber anthropogenen Einflüssen als auch gegenüber ungünstigen Witterungsverhältnissen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Klimawandel, langfristig stabil ist" forderte im Namen der gesamten Kommission Ministerial direktor Bernhard Bauer, Amtschef im Umweltministerium des derzeitigen Vorsitzlandes Baden-Württemberg. Neben dem Erhalt der guten Wasserqualität gilt die Aufmerksamkeit der IGKB unerwünschten Spurenstoffen und auch dem Schutz der Ufer- und Flachwasserzonen des Sees.