Seelexikon: Strandwälle, Schnegglisande und Seehag
Eine Besonderheit am Bodensee sind die Strandwälle. Sie tragen ihren Namen völlig zu recht, bilden sie doch regelrechte Buckel, die stellenweise mehrere Meter mächtig sind und sich mehr oder weniger parallel zum Ufer erstrecken. Zu einem erheblichen Teil bestehen sie aus Kalkmaterial: manchmal eher aus feinkörniger Seekreide, an anderen Stellen vorwiegend aus grobkörnigerem, gerundetem Material. Dieses heißt am Bodensee Schnegglisande, was sich mit Schneckensande übersetzen lässt. Entstanden sind sie am Untersee durch die Aktivität von Blaualgen (Cyanophyceen). Am Obersee handelt es sich dabei vor allem um Anspülungen, die bei früheren Hochwasserereignissen entstanden sind, also sozusagen um alte Hochwasserwälle. Häufig finden sich auf und in diesen Strandwällen auch die Reste von angespülten Muschel- und Schneckengehäusen.
Besonders ausgeprägt sind die Strandwälle in der Gegend von Friedrichshafen, also dort, wo der See am breitesten und die Energie der ankommenden Wellen daher besonders groß ist. Oft wachsen Büsche und Bäume auf den Wällen – und das ist dann am Bodensee der Seehag.