Editorial
Richard Stadler
Vorsitzender der IGKB
Lebensministerium Wien
Liebe Leserinnen und Leser,

mit Ablauf des Juni 2009 endet der Vorsitz der Republik Österreich in der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB), den ich als Leiter der österreichischen Delegation für zwei Jahre innehaben durfte. In dieser Zeit wurden unter anderem zwei wesentliche Entwicklungsschritte gesetzt: Die Durchführung eines umfangreichen Untersuchungsprogrammes über Mikroschadstoffe im See sowie die Schaffung eines Renaturierungsleitfadens für das Bodenseeufer.
Die durchweg niedrigen bis kaum nachweisbaren Konzentrationen bei den erhobenen Mikroschadstoffen sprechen für eine gute chemische Wasserqualität des Sees und können damit gleichfalls als Bestätigung einer engagierten Arbeit der IGKB angesehen werden, die sich seit Jahren für Reinhaltemaßnahmen rund um den See einsetzt. Die Ergebnisse zeigen aber auf, dass es auch in Zukunft wichtig ist, wachsam zu sein und auf neue Entwicklungen bei der Gewässerbelastung durch Schadstoffe zu achten.
Hinsichtlich des Renaturierungsleitfadens geht es darum, mit Vorschlägen für Renaturierungsmaßnahmen zum Wohle des Sees auf die Verantwortlichen rund um den See zuzugehen und Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn es ist im Wesentlichen die Aufgabe der Länder, Kantone und der Seeanliegergemeinden, die notwendigen Maßnahmen einzuleiten und durchzuführen. Das erfordert Ideen, finanzielle Aufwendungen und Durchhaltevermögen. Wie bereits realisierte Maßnahmen am See zeigen, ist es eine überaus wertvolle und lohnenswerte Aufgabe, die dem See selbst zu Gute kommt, und auch die Attraktivität der Kommunen und damit den Erholungswert für die zahlreichen Besucher erhöht.
Sie, liebe Leserinnen und Leser des Seespiegels, zeigen großes Interesse an den Informationen des Presseorgans der IGKB: In den vergangenen zwei Jahren haben wir weit über 100 000 Besuche im Internet gezählt, zudem wurden 52 000 gedruckte Seespiegel-Exemplare verteilt. Auch in den kommenden Jahren werden Sie darin über unsere Arbeit für den See informiert werden.
Zum 1. Juli gebe ich den Vorsitz weiter an Ministerialdirigent Dipl.-Ing. Peter Fuhrmann vom Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg, der die Federführung in der IGKB für die nächsten zwei Jahre innehaben wird. Ich wünsche ihm und der IGKB weiterhin viel Erfolg. In ihrer Arbeit erscheint mir der europäische Gedanke vorbildhaft verwirklicht: Gute Zusammenarbeit mit wenig bürokratischem Aufwand zwischen sich gut verstehenden Nachbarn.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute Ihr

Richard Stadler
Vorsitzender der IGKB
Lebensministerium Wien