 |
 |
| Die Wölbung des Bodensees |
 |
 |
| |
Blickt man von Bregenz am Ostende des Bodensees aus nach Westen, verliert sich der See am Horizont. Da macht sich bereits die Krümmung der Erde bemerkbar: Selbst bei klarstem Wetter ist das 46 Kilometer entfernte Konstanz nicht mehr zu sehen, weil es sozusagen unter dem Horizont liegt – und zwar 166 Meter.
Wie man darauf kommt? Wenn man in Bregenz senkrecht zum Radius der Erdkugel – dieser läuft naturgemäß durch die Erdmitte – eine riesige Latte legen würde und diese bis Konstanz reichte, dann würde der Abstand zwischen der weit in den Himmel ragenden Latte und dem wiederum auf der Erdradiuslinie liegenden Konstanz 166 Meter betragen – genug Platz für das 161,5 Meter hohe Ulmer Münster (Distanz mal Distanz geteilt durch 2 mal Radius, also 46 km x 46 km/2 x 6370 km, wobei der Erdradius mit 6370 Kilometer angesetzt wurde). Wenn man die Linie Rohrspitz – Ludwigshafen nimmt, dann wären es sogar 246 Meter.
Berücksichtigt man allerdings die so genannte Refraktion, also die Wirkung der vertikalen Brechung der Lichtstrahlen in der unteren Atmosphäre, dann muss man die Formel mit dem Faktor 1 - 0,13 = 0,87 multiplizieren. Dahinter verbirgt sich der bereits von Carl Friedrich Gauß ermittelte mittlere Refraktions koeffizient von 0,13, also die mittlere Krümmung der Lichtstrahlen, die etwa 13 Prozent der Erdkrümmung beträgt. Für die genannten Strecken kommt man mit dieser
Korrektur auf „nur“ 144 beziehungsweise 214 Meter.
|
 |
|
|
 |
 |
   |
 |
 |
|
|