Keine Gefahr durch Mikroschadstoffe
 
Entnahme von Wasserproben aus verschiedenen Tiefen
Foto: Zintz
Es gehört zu den Aufgaben der Internationalen Gewässerschutz kommis sion für den Bodensee (IGKB), über die Qualität des Bodenseewassers zu wachen. Neben den regelmäßigen Wasseruntersuchungen gibt sie daher auch spezielle Untersuchungen in Auftrag, so etwa über die Belastung des Wassers mit organischen und anorganischen Schadstoffen.

Diesen Stoffen im Spurenbereich galt ein umfangreiches Screening-Messprogramm, dessen Ergebnisse jetzt vorliegen. Dazu waren im August 2008 an verschiedenen Stellen und Tiefen des Sees insgesamt 18 Wasserproben entnommen worden. Anschließend wurden diese in den Laboren des Karlsruher Technologiezentrums Wasser (TZW) und des im schweizerischen Dübendorf ansässigen Wasserforschungsinstituts EAWAG der Eidgenössisch-Technischen Hochschule (ETH) Zürich untersucht.

Es ist eine beeindruckend lange Liste an Stoffen und chemischen Verbindungen, nach denen die Analysespezialisten gezielt gesucht haben: Schwermetalle, Arzneimittelrückstände, hormonaktive Substanzen, Röntgenkontrastmittel, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien und vieles mehr. Die Ergebnisse sind allerdings recht beruhigend. So meldet das TZW, dass von den dort untersuchten 371 chemischen Parametern nur 27 in mindestens einer Seeprobe in einer Konzentration über der analytischen Bestimmungsgrenze nachgewiesen wurden. Bei der EAWAG wurden 47 potenziell schädliche Substanzen gefunden, darunter jeweils zwölf Pestizide und Pharmaka.

Insgesamt bescheinigen die Experten dem See auch im Hinblick auf die Mikroschadstoffe eine gute Wasserqualität. Sie weisen aber auch darauf hin, dass „deutliche Hinweise auf eine Beeinflussung der Wasserqualität durch Einleitungen aus kommunalen und industriellen Kläranlagen vorhanden sind“. Besonderes Augenmerk sollte in Zukunft auf Röntgenkontrastmittel gerichtet werden. Auffällig waren auch die Konzentrationen der Korrosionsschutzmittel Benzotriazol und Methylbenzotriazol. Diesen Stoffen sollte in Zukunft ebenfalls erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden.