Seelexikon: Die Internationale Rheinregulierung
Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass man entlang eines großen Flusses in einen See hinauswandern kann. Am Bodensee geht das: Dort wird seit Jahrzehnten die Mündung des Alpenrheins immer weiter in den See hinaus verlagert. Der Grundstein für dieses Jahrhundertbauwerk wurde nach verheerenden Überschwemmungen im schweizerisch-österreichischen Rheintal gelegt: 1892 wurde mit einem Staatsvertrag zwischen den beiden Ländern die Internationale Rheinregulierung (IRR) ins Leben gerufen. Sie regelt den Umbau der Rheinstrecke und die Fortführung des Rheinkanals in den See hinaus, die so genannte Vorstreckung.
Heute fließt der Rhein nicht mehr in seinem alten Bett, sondern in einer von Dämmen begleiteten Rinne weitgehend geradlinig in den Bodensee. Durch den schnelleren Abfluss und die verschiedenen Bauwerke ist die Hoch wassergefahr deutlich gesunken. Auch die Verlandung der Fußacher und Har der Bucht ist zum Stillstand gekommen. Unumstritten ist die Rhein regulierung allerdings nicht, stellt sie doch einen gewaltigen ökologischen Eingriff sowohl in das Auensystem des Rheins als auch in das Mündungsgebiet im Bodensee dar.