Wo lagern sich die Schwebstoffe ab?
 
Nachdem die Rheinmündung im Jahr 1900 von Rheineck um etwa zwölf Kilometer nach Osten in die Harder und Fußacher Bucht verlegt wurde, führte dies alsbald zu umfangreichen Ablagerungen der mit dem Fluss transportierten Schwebstoffe. Seit 1911 wird daher etwa alle zehn Jahre der südöstliche Teil des Bodensees vermessen, um die Veränderungen der Rheinmündung und die durch die Zuflüsse verursachten Ablagerungen im See zu dokumentieren und mengenmäßig zu erfassen.

Im vergangenen März wurde wieder eine solche Vermessung durchgeführt – erstmals nun mit Hilfe eines präzisen satellitengestützten Echolotsystems. Zudem wurden Sedimentkerne gezogen, um die Höhe der Ablagerungen zu bestimmen. Im Vergleich zur letzten Seegrundaufnahme im Frühjahr 1999 wurde ein "Differenzvolumen von 17 Millionen Kubikmeter" festgestellt, wie es im Bericht der österreichischen Arbeitsgruppe heißt. Das bedeutet, dass sich etwa 1,8 Millionen Kubikmeter Material pro Jahr im Mündungsbereich von Rhein, Bregenzerach und Dornbirnerach ablagern.

Interessanterweise wurden in der Fußacher Bucht und in den Flachwasserbereichen vor dem Rohrspitz und Hard keine neuen Sediment auflagen fest gestellt. Die so genannte Rheinvorstreckung, also die kanalartige Einleitung des Rheins in den See, verhindert hier offenbar eine weitere Verlandung.


Die Rheinvorstreckung Foto: Petek/www.luftbild.com