Schillerndes Laichkraut (Potamogeton x nitens) Foto: WWA Kempten
Seit den 1950er Jahren galt es am Bodensee als verschollen: das Schimmernde Laichkraut. Nun wurde es wiederentdeckt – im Rahmen der oben beschriebenen seeweiten Kartierung der Unterwasserpflanzen. Bei ihrer Bestandsaufnahme stießen die
Biologen Fritz Bauer, Martin Huber und Raimund Harlacher nahe der Insel Wehrd bei Stein am Rhein auf dieses seltene und als stark gefährdet eingestufte Laichkraut.
Streng genommen handelt es sich dabei um keine eigene Art, sondern um einen so genannten Bastard, der selber keine Samen mehr bilden kann. Die "Eltern" sind das Graslaich kraut (Potamogeton gramineus) und das durchwachsene Laichkraut (Potamogeton perfoliatus). Botanisch wird diese ungewöhnliche Herkunft durch die besondere Schreibweise mit "x" signalisiert: Potamogeton x nitens.
Das schimmernde Laichkraut gab es lange Zeit nicht mehr im See – wahrscheinlich deswegen, weil auch ein Elternteil, das Graslaichkraut, fast völlig verschwunden war. Diese nährstoffarme Verhältnisse liebende Art konnte 1993 nur
noch an einer einzigen Stelle im Untersee gefunden werden, und zwar beim Wollmatinger Ried. Da das Graslaichkraut jetzt
wieder an drei Standorten gefunden wurde – darunter auch im Obersee – gibt es jetzt auch für den "unehelichen" Ableger,
das Schimmernde Laichkraut, wieder höhere "Zeugungschancen".