Computermodell hilft dem Bodensee
Was passiert im Bodensee, wenn sintflutartige Regenfälle niedergehen? Und wie breitet sich eine Ölfahne nach einem Unglück aus? Mit dem europaweit einzigartigen Computermodell BodenseeOnline werden Gefahren frühzeitig erkennbar, sodass man sie besser bekämpfen kann.
 
Am Großrechner lassen sich heute äußerst komplexe Verhältnisse simulieren: Man kann durch virtuelle Räume schreiten, Verbrennungs vorgänge im Motor simulieren oder verfolgen, wie sich die Treibholz- und Sedimentfracht eines Zuflusses nach einem starken Regen im Bodensee ausbreitet. Doch damit der Computer weiß, was er berechnen soll, sind umfangreiche Vorarbeiten notwendig: unzählige Messungen, die Anlage von Datenbanken, vielfältige Programmierarbeiten und schließlich die Überprüfung, ob die berechneten Daten und Prognosen auch mit der Wirklichkeit übereinstimmen.

Am Bodensee ist in den vergangenen Jahren in einem groß angelegten Verbund-Forschungsprojekt ein solches Informationssystem geschaffen worden. Es heißt BodenseeOnline und dient der Vorhersage beispielsweise von Strömungsverhältnissen und damit der Verteilung von Plankton, Nähr und Schadstoffen sowie von Schwebstoffen im See. Diese Faktoren sind für die (Trink-)Wasserqualität von entscheidender Bedeutung. An der Entwicklung des Informationssystems war neben zahlreichen weiteren Institutionen auch die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee beteiligt. Unter anderem hat sie ihre seit Jahren erhobenen seenkundlichen Daten zur Verfügung gestellt.

Wie jetzt auf einem Symposium in Langenargen eindrucksvoll demonstriert wurde, ist BodenseeOnline nun reif für den Alltagseinsatz. Wasserversorger, Wasserschutzpolizei sowie die internationale Schadenabwehr am See können von diesem einzigartigen Informationssystem ebenso profitieren wie die Forscher: Sie können mit Hilfe des Modells die Folgen langfristiger Entwicklungen wie etwa der Klimaerwärmung besser abschätzen.
 

Blick über die Anlagen der Bodenseewasserversorgung auf den Überlinger See Foto: Petek/www.luftbild.com