Der Phosphorgehalt pendelt sich ein
Die vielfältigen Aktivitäten der vergangenen Jahrzehnte, die in den Bodensee fließende Nährstofflast zu verringern, waren erfolgreich: Der Phosphorgehalt ist wieder auf Werte wie in den 1950er Jahren gesunken. Nun scheinen sich die Konzentrationen dieses wichtigsten Nährstoffs auf niedrigem Niveau einzupendeln.
 
Mit Spannung haben die Experten der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee in den vergangenen Jahren im Frühjahr die Phosphorkonzentrationen im Obersee erwartet. Die nach einem speziellen Verfahren über die gesamte Wassersäule, also von der Oberfläche bis zum Grund, gemittelten Phosphorwerte geben Auskunft, wie sich dieser Nährstoff während der so genannten Vollzirkulation im See verteilte. Das ist die Zeit, in welcher der See von oben bis unten mehr oder weniger gleiche Werte aufweisen sollte und auch das Tiefenwasser wieder mit Sauerstoff versorgt wird.

Nun findet nicht in jedem Jahr eine Vollzirkulation statt, der See wird also nicht völlig durchmischt. Gleichwohl gilt der Phosphor-Wert in der Zeit von Februar bis April als guter Indikator, wie viel dieses bedeutenden Nährstoffs während der kommenden Vegetationsperiode den Algen und Wasserpflanzen im See zur Verfügung steht. Damit ist der Phosphorgehalt ein wichtiger Maßstab für den Erfolg der Sanierungsmaßnahmen.

Seit dem Jahr 2006 hat sich dieser so genannte Zirkulationsmittelwert auf einen Wert zwischen 7 und 8 Milligramm (tausendstel Gramm) Phosphor je Kubikmeter Seewasser eingependelt. Und auch die über das gesamte Jahr gemittelte Phosphorkonzentration entspricht inzwischen diesem Wert. Damit hat sich der See weiter dem nährstoffarmen Referenzzustand angenähert, den er vor der Eutrophierung ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts aufwies. Ob die seit drei Jahren ziemlich stabilen Phosphorkonzentrationen noch weiter abnehmen werden, hängt von der zukünftigen Entwicklung der Nährstoffeinträge über die Bodenseezuflüsse ab.
 

Seit drei Jahren haben sich die Phosphorkonzentrationen im Obersee auf einen Wert wie in den 1950er Jahren stabilisiert Foto/Grafik: Petek/Czarnetzki