Seelexikon: Frühe Besiedelung des Sees: die Pfahlbauten
Der Bodensee und die kleinen Seen im Voralpenland waren schon für unsere Vorfahren attraktive Siedlungsorte: An mehr als hundert Stellen konnten Archäologen Reste von Pfahlbauten und Feuchtbodensiedlungen nachweisen. Errichtet wurden sie von der Jüngeren Steinzeit bis zur Bronzezeit, also im Zeitraum des vierten bis ersten Jahrtausends vor Christus. Der Schwerpunkt lag im westlichen Bodenseebereich. Dort wurde bei Sipplingen die bisher größte Siedlung mit mehr als hundert Häusern entdeckt. Auch am schweizerischen Ufer wurden 25 bis 30 Standorte gefunden. Im Voralpenland war der Federsee für unsere Vorfahren besonders attraktiv.
Eine Vorstellung vom damaligen Leben am Bodensee vermittelt das Unteruhldinger Pfahlbaumuseum. Allerdings weisen Archäologen darauf hin, dass es eine große Vielfalt an Hauskonstruktionen und Siedlungsplänen gab und dass verschiedene Kulturen am See siedelten. Die heute noch zu Tausenden in den Flachwasserbereichen steckenden Pfähle waren dabei nicht nur Bestandteile der Häuser, sondern auch von Stegen und Palisaden.