 |
 |
| Methan-Gasblasen auf der Spur |
 |
 |
|
Methan ist ins Gerede gekommen –
klimamäßig gesehen natürlich.
Immerhin hat diese Verbindung aus
einem Kohlenstoff- und vier Wasserstoffatomen (CH4) ein viel größeres
Treibhauspotenzial als Kohlendioxid.
Dabei haben Umweltschützer vor
allem den Methananteil im Visier, der
in den Mägen von Wiederkäuern entsteht
und dann kräftig zum
Treibhausgas beiträgt.
|
 |
|
Methan entsteht aber keineswegs
nur im Kuhmagen. Auch aus Mülldeponien gast es aus. Es bildet sich
auch in der Natur, z. B. in Sümpfen
und Seen – genauer im Seeboden.
Vermutlich stammen zwischen sechs
und 16 Prozent des global freigesetzten
Methans aus Seen, was mehr ist
als das Methan, das in Ozeanen entsteht.
Dabei gibt es prinzipiell zwei
Quellen von Methan im See boden.
Zum einen spielen Bakterien eine
Rolle, die beim Abbau abgestorbener
Tiere und Pflanzen Methan "produzieren". Zum anderen kann Methan
auch bei geologischen Prozessen entstehen.
Zudem kann das Gas auf ganz
unterschiedliche Weise aus dem
Seeboden freigesetzt werden. Es kann in Form von Gasblasen nach oben an
die Seeoberfläche gelangen oder
weniger spektakulär einfach ins
Wasser eindiffundieren.
|
 |
|
Interessanterweise kann das Gas
ganz plötzlich, sozusagen spontan,
aus dem Seeboden kommen, wobei
kreisrunde Vertiefungen am Seeboden
zurückbleiben. Diese können zwischen
20 Zentimeter und 20 Meter
groß sein. Solche Strukturen gibt es
auch im Bodensee. |
| |
 |
 |

| Probenahme für das Methan-Projekt vom Schiff des Seenforschungsinstituts aus. |
Foto: Wessels |
|
Allerdings weiß man noch recht
wenig über diese "pockennarbenartigen
Löcher". So sind sie nun zum Gegenstand eines umfangreichen
Forschungsvorhabens am Bodensee
geworden, das von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft finanziert
wird. Und weil die Materie so kompliziert
ist, haben sich bei diesem Projekt
mehrere Institutionen zu einem
bundesweiten Forschungsverbund
zusammengefunden: das Institut für
Seenforschung in Langenargen, das
Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven und Helgoland, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und
Rohstoffe in Hannover und die Technische Universität Braunschweig. |
| |
|
 |
 |
   |
 |
 |
|
|