Die Folgen der Gletscherschmelze
Die Gletscher schmelzen, sie fließen immer flotter den Gebirgsbach hinab. Was aber geschieht, wenn es in den Alpen keine Gletscher mehr gibt? Das hat auch Folgen für den Bodensee.
Noch gibt es eine ganze Reihe von Gletschern im Einzugsgebiet des Bodensees. Der Rheingletscher am äußersten Ende des Einzugsgebiets ist wohl der prominenteste. Doch auch andere Eisfelder tragen im Sommer und Herbst mit dazu bei, dass nach der frühjährlichen Schneeschmelze viel Wasser in den See gelangt.

Allerdings ist es, so sagen Experten, im Zuge der augenblicklich herrschenden rasanten Klimaerwärmung nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der letzte Gletscher aus den Alpen verschwunden sein wird. Ob dies in 80 oder erst in 100 Jahren der Fall sein wird, kann derzeit freilich niemand sagen, das hängt vor allem auch vom weiteren Verhalten der Menschheit ab. Doch bereits in 40 Jahren, so prophezeien es derzeit die Klimamodelle, dürften zwei Drittel der Alpengletscher verschwunden sein.

Sicher ist allerdings schon heute, dass das Verschwinden der Gletscher vielfältige Auswirkungen haben wird, etwa wenn im Hochsommer und Herbst das Schmelzwasser fehlt und die Gletscherbäche dann kaum noch Wasser führen. Gefahr für die Trinkwasserversorgung aus dem Bodensee besteht allerdings nicht, dazu ist dieses natürliche Wasserreservoir zu groß und die Entnahme zu gering.

Doch auf das Ökosystem, vor allem am Ufer, könnte sich die deutlich verringerte Wasserzufuhr im Spätsommer schon auswirken: Dann könnten in dieser Zeit die Wasserstände niedriger und damit die Uferstreifen breiter werden. Für die dort lebenden Tiere und Pflanzen hätte dies Veränderungen in den Lebensgrundlagen zur Folge. Und auch für die touristische Nutzung des Sees hätte dies Konsequenzen.

Rechtzeitig auf solche Veränderungen hinzuweisen und Wege zu finden, darauf zu reagieren -
auch das gehört zu den Aufgaben der Internationalen Gewässerschutzkommission für den See.
 

Auch ewiges Eis kann schmelzen: Die Klimaerwärmung sorgt dafür, dass die Gletscher der Alpen immer schneller schwinden. ©Schuetz/Greenpeace