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| Der Untersee bessert sich – aber langsam
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| Der Untersee ist ein bisschen das Sorgenkind der Seenfachleute. Weil er viel kleiner und vor allem flacher ist als der Obersee, machen ihm die „Sünden“ der Vergangenheit viel stärker zu schaffen als dem Obersee. Aber inzwischen ist auch der Untersee eindeutig auf dem Weg der Besserung.
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Es war in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts eine gewaltige Herausforderung für die Anliegerländer, die übermäßige Anreicherung des Bodensees mit Nährstoffen, die Eutrophierung, zu stoppen. Durch milliardenschwere Investitionen, insbesondere bei der Abwasserreinigung, gelang es, den Phosphorgehalt im See wieder auf ein natürliches Maß zu drücken. Im Obersee haben sich die gewünschten Erfolge mittlerweile deutlich eingestellt: Seit mehr als 15 Jahren wird die Algenbildung weniger. Zudem ist auch in der Tiefe immer genügend Sauerstoff vorhanden.
Etwas anders sieht es am Untersee
aus, dem Seeteil, der von Konstanz bis
zum Ausfluss bei Stein am Rhein reicht.
Dort sind die Erfolgsmeldungen bisher
weitaus bescheidener ausgefallen. So
liegen etwa die Phosphorkonzentrationen nach wie vor deutlich höher als
im Obersee: Während dort heute nur
noch acht Mikrogramm je Liter Seewasser im Jahresdurchschnitt gemessen
werden, waren es im Rheinsee im Jahr 2006 noch zehn Mikrogramm und im Zeller See sogar 17 Mikrogramm. Eine wichtige Nährstoffquelle ist hier der durch den mikrobiellen Abbau von Biomasse entstandene Phosphor, also der Abbau von Überresten abgestorbener Tiere und Pflanzen, wozu das mikroskopisch kleine Plankton zählt. Dieser Phosphor wird auch im Sediment abgelagert und bei Sauerstoffmangel wieder freigesetzt (die so genannte interne Düngung). Im Gegensatz zum tiefen Obersee verläuft dieser interne Phosphorkreislauf im flachen Untersee wesentlich effektiver.
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| Drei Seeteile umfasst der Untersee: den vom Rhein durchflossenen, bis zu 46 Meter tiefen Rheinsee (rechts); den Zeller See vor Radolfzell, der nur rund 26 Meter tief ist (vorne); und den mit 22 Metern Tiefe ähnlich flachen Gnadensee, der sich vor Allensbach erstreckt (links).
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Foto: Petek |
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Auch bei anderen wichtigen Kenngrößen ist die Situation deutlich schlechter als am Obersee. Sorge bereitet vor allem der im Herbst niedrige oder gar fehlende Sauerstoffgehalt in der Tiefe sowie der im Laufe des Sommers kräftig ansteigende Ammoniumgehalt im Tiefenwasser.
Analysiert man jedoch die Messdaten der vergangenen Jahrzehnte genauer – so wie dies jetzt am Langenargener Institut für Seenforschung gemacht wurde –, sieht die Situation wesentlich erfreulicher aus. Dann nämlich wird deutlich, dass die Konzentration an sauerstoffzehrenden Substanzen in den Wasserschichten am Seegrund in den letzten Jahren stetig zurückging. Dies zeigt sich insbesondere beim Ammonium. Da die Mikroorganismen für den Abbau organischer Biomasse Sauerstoff brauchen, holen sie sich diesen aus dem Wasser.
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Zunächst zehren sie dabei den physikalisch im Wasser gelösten
Sauerstoff (O2) auf. Danach machen sie sich den vor allem in Nitrat (NO3)
chemisch gebundenen Sauerstoff zunutze, wobei Ammonium (NH4) entsteht. Das Ammonium, das sich im Laufe des Sommers und Herbst über Grund anreichert, ist somit ein Maß dafür, wieviel Sauerstoff die Mikroorganismen zusätzlich zu dem im Wasser verfügbaren Sauerstoff benötigt haben. Da die Ammoniumwerte im Untersee aber stetig abnehmen, ist dies ein klares positives Zeichen dafür, dass sich auch dieser Seeteil erholt und immer weniger Biomasse abgebaut werden muss.
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