 |
 |
| Vorsorge am See zahlt sich aus |
 |
| Der Klimawandel hat zur Folge, dass extremere Wetterlagen häufiger werden. Die hinterlassen auch am Bodensee Spuren. So wirkte sich der vergangene milde Winter nachteilig auf das Zirkulationsverhalten aus. |
 |
Die Erwärmung des Klimas und die Folgen für den See waren eines der beherrschenden Themen auf der 53. Jahrestagung der IGKB im Tagungszentrum Marbach bei Öhningen am Rheinsee. Der Winter 2006/2007, der deutschlandweit als wärmster seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Annalen einging, führte dazu, dass der Bodensee nur unvollständig zirkulierte. Daher konnte kein frisches, sauerstoffreiches Wasser in die tieferen
Zonen gelangen. Den Grund beschreiben die Seenkundler so: Weil
der See an der Oberfläche nicht ausreichend auskühlen konnte und das
Wasser in der Tiefe nach dem kalten
Frühjahr 2006 etwa vier Grad kalt und
dadurch dicht und schwer war, konnte kein tiefgreifender Wasseraustausch stattfinden.
Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Gefahr groß, dass der Obersee in solchen Situationen in den nachfolgenden Sommermonaten in den tiefen Wasserschichten im Zuge von Zehrungsvorgängen sauerstofflos zu werden drohte. Doch mittlerweile tragen die intensiven Sanierungsbemühungen der IGKB Früchte: Die Sauerstoffversorgung ist selbst nach diesem milden Winter ohne ausreichende Erneuerung des Tiefenwassers so gut, dass keine akute Gefahr für den See besteht. Wenn nämlich die im See lebenden, oft mikroskopisch kleinen Tiere und Pflanzen absterben und in der Tiefe von Mikroorganismen zersetzt werden, ist dazu Sauerstoff nötig. Der See ist inzwischen wieder viel sauberer geworden und enthält damit viel weniger Nährstoffe als früher. Dies bedingt eine deutlich geringere Biomasse, deren Abbau weniger Sauerstoff benötigt. Das Ökosystem See hat sich stabilisiert und kann es leichter verkraften, wenn eine vollständige Zirkulation des Wasserkörpers ausfällt – allerdings nicht beliebig viele Winter hintereinander.
|
| |
 |
 |

Kräftige Winterstürme sorgen am Bodensee mit dafür, dass sauerstoffreiches Wasser in tiefere Schichten transportiert wird. |
Foto: ISF |
|
|
 |
 |
   |
 |
 |
|
|