Lebenshilfe für die Fische
Fischfreundliche Renaturierungen am Bodensee, kurz FIREBO: so heißt ein Projekt, das die Bedürfnisse der Fische an ihre Uferlebensräume erforscht. Ziel ist es, im Zuge der naturnahen Umgestaltung der Ufer optimale Lebensbedingungen für die Fische zu schaffen.
 
Hechte bevorzugen Pflanzenstängel, Barsche suchen sich neben Pflanzen und großen Steinen auch mal versunkene Äste, Lauben mögen’s gerne kiesig – die Ansprüche der Fische an ihre Laichsubstrate sind durchaus unterschiedlich. Die Eier der Trüschen treiben dank Ölkugel-Auftrieb sogar frei im Wasser. Dafür verstecken sich die jungen Trüschen – wie andere Jungfische auch – gerne unter Steinen. Die Beispiele zeigen: Für den Erhalt einer vielfältigen Fischpopulation sind unterschiedlich beschaffene Uferregionen sehr wichtig.
Von Natur aus könnte der Bodensee mit einer reichen Ufervielfalt aufwarten. Doch durch die Tätigkeit des Menschen ist das Ufer heute über weite Strecken verbaut, wie die Ingenieure sagen. Wenn nun aber, wie es sich die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) auf die Fahnen geschrieben hat, die Ufer wieder naturnaher gestaltet werden sollen, stellt sich die Frage, wie dies im Hinblick auf die Fischfauna optimal geschehen kann.
Hier soll das Verbund-Forschungsprojekt FIREBO wichtige Fingerzeige liefern. An zwei renaturierten Probestellen – vor Hard in Österreich sowie Fischbach bei Friedrichshafen – werden seit diesem Frühjahr unterschiedlich strukturierte Uferbereiche auf ihre Attraktivität für Fische und bodenbesiedelnde Tiere untersucht: Wer liebt Grobkies, wer Mittelkies, wer Geröll, wer Blöcke und wer bevorzugt eine Mischung? Hintergrundinformationen und aktuelle Neuigkeiten zu dieser Fischuntersuchung finden sich unter www.firebo.eu.
 

Elektrobefischung an ausgewählten Stellen am Bodenseeufer Foto: Wittkugel