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| Es wird wärmer – mit Folgen für den See |
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| Das Klima erwärmt sich, daran
besteht kein Zweifel mehr. Wie wird
sich dies auf das Ökosystem Bodensee
auswirken? Sinkende Pegelstände
im Sommer, starke Hochwasserereignisse
und neue Arten im und am See
gehören zu den möglichen Folgen. |
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Massive fünf Grad war der Juli 2006
im bundesweiten Durchschnitt zu
warm. In der Flachwasserzone des
Bodensees wurden teilweise mehr als
30 Grad gemessen. Der gesamte
Herbst lag temperaturmäßig ebenfalls
weit über den langjährigen Durchschnitten.
Nur der stark verregnete
August war zu kühl – allerdings nur
um etwa ein Grad. Die Klimaerwärmung,
daran ist nicht mehr zu
zweifeln, schreitet unerwartet rasch
voran. Und ihr heißer Hauch kann
auch für den Bodensee vielfältige
Auswirkungen haben, die sich zum
Teil jetzt schon zeigen.
So fiel im trockenen und heißen
Juli der Pegel des Sees stetig, bis er am
31. Juli 2006 in Konstanz auf 3,09
Meter gefallen war. Dies bedeutete ein
neues historisches Rekordtief für diese
Jahreszeit. Bisher lag der Rekord bei
3,10 Meter. Er wurde 1949 gemessen.
Damit setzte sich ein seit Jahren
zu beobachtender Trend fort: Die
Wasserstände am See fallen in den
vergangenen Jahren kontinuierlich,
und zwar besonders deutlich im Sommer.
Die Entnahme von Trinkwasser
aus dem See, das sei ausdrücklich betont,
hat damit nichts zu tun. Diese
fällt angesichts der großen Wassermenge
im See kaum ins Gewicht: Im
Mittel beträgt sie nur ein Prozent des
natürlichen Abflusses in den Rhein.
Im Winter dagegen sind die Pegelstände
in den vergangenen Jahren
weitgehend gleich geblieben oder tendenziell
leicht gestiegen. Wobei es
Ausnahmen gibt: Im Winter 2005/06
lagen weite Uferteile trocken, der
Konstanzer Pegelstand fiel im Februar
2006 auf nur noch 2,33 Meter.
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Zukunftsvision: Blick auf Flamingos vor Konstanz |
Fotomontage: Blattner/Durst |
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Die Erwärmung des Klimas hat
eine Zunahme von extrem niedrigen
Wasserständen, aber auch von sehr
hohen Pegeln nach Hochwasserereignissen
zur Folge, daran besteht für die
Klimaforscher kein Zweifel. Tiere und
Pflanzen müssen sich auf diese neuen
Gegebenheiten einstellen. Noch sind keine Flamingos am See heimisch.
Wärmeliebende Kleinkrebse wie die
Garnele Limnomysis (siehe Kasten)
beginnen sich jedoch schon im See
breit zu machen. Manche Fischarten
haben es bei Niedrigwasser schwer,
an geeignete Laichplätze im
Uferbereich zu kommen. Auch für
manche Wasservögel wird es schwerer,
wenn sich das Wasser im Sommerhalbjahr
zurückzieht. |
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Stark betroffen ist auch ein bedeutendes
Kulturgut des Menschen: Die
Überreste der Pfahlbauten aus der
Stein- und Bronzezeit werden bei niedrigen
Wasserständen freigespült und
verfallen unwiederbringlich, wenn sie
ihrer schützenden Schlickschicht
beraubt sind. |
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Limnomysis benedeni Foto: Rey |
Neuankömmlinge im See
Limnomysis benedeni: so heißt der
jüngste Bodenseebewohner. Genauer
gesagt ist es eine Bewohnerin, denn
dabei handelt es sich um eine Süßwassergarnele
aus dem Schwarzmeergebiet.
Erstmals wurde sie jetzt in
der Flachwasserzone des österreichischen
Ufers bei Hard nachgewiesen.
Wie Limnomysis und andere Neuankömmlinge
in den See gelangen, ist
unklar. Eine Möglichkeit ist, dass sie mit Restwasser in Freizeitbooten herantransportiert
wurde. Mit großem Interesse haben die Experten des Forschungsprojekts
„ANEBO“ (aquatische Neozonen im
Bodensee) diesen Neuankömmling
registriert. Sie erwarten, dass sich im
Zuge der Klimaveränderung die
Lebensbedingungen im See so verändern
werden, dass mit weiteren
Neuankömmlingen zu rechnen ist,
die sich dann auch auf Dauer hier
halten können. |
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