Mehr Schutz für die Ufer
Die länderübergreifende Uferbewertung der IGKB vom Oktober 2006 zeigt für weite Strecken des Bodenseeufers Defizite auf. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern: Die Gewässerschutzkommission will den Kommunen Leitlinien an die Hand geben, wie sie ihre Ufer am besten renaturieren können.
 
Die Bestandsaufnahme der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) zeigt Licht und Schatten. Rund 40 Prozent des 273 Kilometer langen Bodenseeufers sind als "natürlich" oder "naturnah" anzusehen. Demgegenüber fallen die restlichen 60 Prozent in die Kategorien "beeinträchtigt", "naturfern" oder "naturfremd". Dabei schneidet der kleinere Untersee besser ab als der große Obersee.

Die Bestandsaufnahme ist der erste Teil eines Aktionsprogramms der IGKB, mit dem schrittweise wieder möglichst natürliche Bedingungen in den Uferund Flachwasserzonen des Sees hergestellt werden sollen.

Immerhin 31 Kilometer Uferstrecke sind in den vergangenen Jahren rund um den See mit einem Millionenaufwand renaturiert worden. Doch das kann angesichts der weiten Bereiche, die verbesserungswürdig sind, nur ein Anfang sein. Daher wird die IGKB in Fortführung ihres Aktionsprogramms den Kommunen rund um den See Leitlinien an die Hand geben, wie die notwendige Uferrenaturierung am besten zu bewerkstelligen ist.

Der Lohn für Investitionen der Gemeinden rund um den See zusammen mit den Ländern und Kantonen: Die Ufer werden natürlicher und gleichzeitig attraktiver. So können sie ihre Funktion als wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen besser erfüllen. Das wiederum bringt sowohl für die dort lebenden Menschen als auch für die zahlreichen Touristen einen erheblichen Gewinn.
 

Mauern zu entfernen und die Ufer naturnah zu gestalten, das ist das Ziel der Bodensee-Gewässerschutzkommission Foto: Blattner