Kartierung der Ufer abgeschlossen
Die Ufer des Bodensees wieder naturnäher zu gestalten ist das erklärte Ziel der IGKB. Diesem Ziel ist sie nun einen wichtigen Schritt näher gekommen: Die Kartierung der Ufer ist abgeschlossen. Die Ergebnisse sollen im Herbst veröffentlicht werden.
 
Mauern statt sanft abfallende Kiesstrände, Bojenfelder statt Schilfgebiete: das Bodenseeufer ist an vielen Stellen von seinem natürlichen Zustand weit entfernt. Das will die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee ändern, und zwarmit dem im Jahr 2004 gestarteten "Aktionsprogramm 2004 – 2009", das sich die Verbesserung der Ufer- und Flachwasserzone zum Ziel gesetzt hat. Denn nachdem sich die Situation im See durch die starke Verminderung des wichtigsten Algennährstoffs Phosphor erheblich gebessert hat, richtet sich nun das Augenmerk vermehrt auf die negativen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Ufer- und Flachwasserzone.
Wie auf der 52. IGKB-Kommissionstagung im Mai bekannt wurde, ist man bei der Umsetzung dieses ambitionierten Programmes mittlerweile ein gutes Stück vorangekommen: Die Kartierung der Uferlinie ist abgeschlossen, das heißt die gesamte 273 Kilometer lange Uferstrecke des Sees wurde in 50-Meter-Abschnitten bewertet. Insgesamt bilden nun rund 5800 Teilstücke rund um den See die Grundlage für die Gesamtbeurteilung. Das Bewertungsverfahren – ihm liegt eine von den IGKB-Experten entwikkelte fünfstufige Skala von natürlich bis naturfremd zu Grund – kann dabei beispielgebend für andere Seen sein.
Die Datenflut wird derzeit detailliert aufgearbeitet, die Ergebnisse sollen im kommenden Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das bisher vorliegende Ergebnis ist allerdings zunächst wenig erfreulich: Mehr als die Hälfte des Bodenseesufers weicht vom naturnahen Zustand ab. Dabei schneidet der Obersee vergleichsweise schlechter ab als der Untersee, wo die Fachleute noch wesentlich mehr natürliche oder naturnahe Uferstrecken feststellen konnten.
Die Auswertung der Daten zeigt deutlich, dass Handlungsbedarf zur Verbesserung der Ufer- und Flachwasserzone besteht. Deshalb will die IGKB als nächsten Schritt in der Umsetzung ihres Aktionsprogramms die Wirksamkeit der bereits durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen bewerten. Daran schließt sich die Entwicklung eines Leitfadens an: Mit ihm bekommen die zuständigen Behörden konkrete Ratschläge für zukünftige Maßnahmen in die Hand, mit der sich die Verhältnisse an beeinträchtigen Uferstrecken verbessern lassen.