Vielfältige Forschung am See
Neue Herausforderungen für den Bodensee und die Forschung – das war der Schwerpunkt des ersten Bodensee-Kolloquiums am Institut für Seenforschung. Ziel war ein aktiver Forschungs- und Wissenstransfer über aktuelle Themen rund um den See.
 
Margareta Barth, die Präsidentin der neu organisierten Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) brachte es auf den Punkt: "Wir sind auf einem guten Weg", sagte sie zur Eröffnung des Kolloquiums am 23. März in Langenargen – und meinte damit die fortschreitende Gesundung des Sees: Weil in den vergangenen Jahrzehnten rund vier Milliarden Euro in den Bau von Abwasserreinigungsanlagen investiert worden sind, hat sich die Qualität des Sees seit Beginn der achtziger Jahre wieder deutlich verbessert.
Dennoch bleibt noch viel zu tun, darin ist sich die LUBW-Präsidentin mit den Limnologen, den Seenexperten, einig. Immer noch werden rund 200 Tonnen Phosphate jährlich in den See gespült, und die Uferzone bedarf über weite Strecken der Verbesserung. Zudem drohen neue Gefahren: "Denken Sie an die vielen Nanopartikel", forderte Barth die Zuhörer auf und gab zu bedenken, dass sich diese Partikel auch in Lederpflegemitteln und Sonnencremes enthalten seien. Und sie stellte die Frage, ob diese Partikel Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere habe könnten.
Weil solche Fragen nur die Wissenschaft beantworten kann, investiert das Land Baden-Württemberg viel Geld in entsprechende Forschungsvorhaben – allein mehr als 60 Projekte widmeten sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten der Erforschung des Bodensees.
Doch auch die anderen Anrainerstaaten, das wurde bei dem Kolloquium deutlich, beteiligen sich intensiv an der Erforschung des Sees und seines Umfeldes: So berichtete beispielsweise Marion Mertens von der Universität Basel über die vielfältigen Bemühungen in der Schweiz, mit dem Projekt "Fischnetz" den Schutz der mancher orts bedrohten schweizerischen Fischbestände zu forcieren.
 

LUBW-Präsidentin Margareta Barth bei der Eröffnung des Bodensee-Kolloquiums                                   Foto: ISF