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| Extremes Niedrigwasser am See |
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| Wo normalerweise Wasser ans Ufer plätschert, war Land: Der Pegel des Bodensees sank in diesem Winter auf extrem niedrige Werte, weite Seeteile fielen trocken. Dem Ökosystem See hat dies allerdings nicht geschadet. |
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Die Insel Mainau war keine Insel mehr, die Pfahlbauten in Unteruhldingen standen auf dem Trockenen, die Fähren zwischen Friedrichshafen und Romanshorn sowie Meersburg und Konstanz konnten nicht mehr vollbeladen werden, der legendäre Teufelstisch, eine Steinformation am Steilufer bei Wallhausen am Überlinger See kam zum Vorschein: Dem See fehlte Wasser in diesem Winter, viel Wasser sogar. |
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Ungewohnter Blick in den Bodensee – statt Wasser breiter Sandstrand in Eriskirch
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Ausgangspunkt für diesen Wassermangel war der trockene Sommer 2003. Auch das darauffolgende Jahr war ziemlich niederschlagsarm. Und im Sommer 2005 lagen die Wasserstände zunächst rund 90 Zentimeter tiefer als sonst in dieser Jahreszeit. Das änderte sich allerdings schlagartig im August, als ein so genanntes Genua-Tief den Alpenraum mit ungeahnten Wassermassen überschwemmte. Die Flusspegel stiegen in atemberaubendem Tempo, am See führte dies am 22. und 23. August 2005 zu einem neuen 24-Stunden-Rekordanstieg: 52 Zentimeter. |
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Doch der Wasserstoß verebbte schnell, es folgte ein goldener Herbst mit äußerst wenig Regen. Dann kam der schneereiche Winter. Im Dezember blieb der Schnee liegen, so dass kaum Wasser in den See floß. Die Folgen am Jahresende 2005: Mit 2,46 Meter war der Pegel in Konstanz unter das bisher niedrigste Dezember-Monatsmittel gesunken, das im Jahr 1948 mit 2,51 Meter registriert worden war. Und der Wasserspiegel fiel kontinuierlich weiter. |
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Am 7. Februar 2006 war es dann soweit: Zumindest in Romanshorn war der Pegel so tief wie noch nie gefallen, seit man dort im Jahr 1881 mit den Aufzeichnungen begonnen hatte. Das bisherige Rekordtief dieser Messungen lag im März 1909 bei 394,56 Meter über Meereshöhe – im Februar 2006 waren 394,55 Meter gemessen worden. In Konstanz lag der Pegel zu dieser Zeit bei 2,33 Meter. |
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Doch viel tiefer fiel der Bodensee-Pegel nicht mehr, Regenfälle und später die Schneeschmelze ließen ihn in den kommenden Wochen und Monaten wieder kontinuierlich ansteigen. |
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Somit ist der Februar 2006 zwar zweifellos in die Wasserstands-Annalen eingegangen, doch ähnlich niedrige Pegelstände hat es schon in früheren Jahrhunderten gegeben. 1858 etwa hatte man in Konstanz den offen daliegenden Seegrund zum Festplatz umfunktioniert, der Pegel lag bei 2,26 Meter. Und auch 1725 und 1672 verzeichnete die Chronik ähnlich niedrige Wasserstände. |
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Dem Ökosystem See, darin sind sich die Fachleute einig, schaden solche Niedrigstwasserstände nicht. Und auch die Wasserversorgung der am Tropf des Sees hängenden Städte und Gemeinden war nicht gefährdet. Nur die Fähren konnten nicht voll beladen fahren – ein Schaden, der sich aber insgesamt in engen Grenzen hielt. |
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Kaum zu glauben, die Schussenmündung bei normalem Wasserstand und beim extremen Niedrigwasser im Februar 2006
Fotos: Rey |
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