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| Die Rettung der Seeforelle |
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| Der Rückgang der Seeforelle in den 1970er Jahren war dramatisch. Doch durch ein intensives Engagement der für die Fischerei verantwortlichen Kommission IBKF konnte diese besondere Fischart gerettet werden. Nun sollen auch andere Wanderfische vom Schutz der Seeforelle profitieren. |
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So eine ausgewachsene Seeforelle ist schon ein prachtvoller Fisch: Bis zu 140 Zentimeter lang kann er werden und 30 Kilogramm schwer. Und schmackhaft ist die mit dem Lachs verwandte Seeforelle natürlich auch. Das allerdings hat wesentlich dazu beigetragen, dass sie in der Vergangenheit im Bodensee und den Zuflüssen deutlich stärker befischt wurde als ihr gut getan hat. Noch gravierender auf den Fortbestand dieser Fischart hat sich der Bau von Wehren und Kraftwerken in den Bodenseezuflüssen ausgewirkt. So konnte die Seeforelle zum Ablaichen nicht mehr in die Zuflüsse aufsteigen, um ihre Eier vor allem in den Kiesbänken der Oberläufe abzulegen. |
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Die Folgen dieser Entwicklung waren fatal. Wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im jährlichen Mittel noch rund elf Tonnen Seeforellen aus dem Bodensee-Obersee gefischt, sank der Ertrag in den 1970er Jahren rapide ab. Seit 1955 war auch die Zahl der laichreifen Tiere im Laichfischfang am Kraftwerk Reichenau im Alpenrhein, von ehemals 200 Tieren auf wenige Einzelexemplare zurückgegangen. 1985 war schließlich mit einem Jahresfang von nur noch 1,5 Tonnen im See der absolute Tiefpunkt erreicht.
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Fischgerecht saniert: die Mündung des Liechtensteiner
Binnenkanals.: Foto: Rey
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Bereits Ende der 1970er Jahre hatte diese Besorgnis erregende Entwicklung die IBKF, die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei, auf den Plan gerufen. Eine eigens dafür eingerichtete „Arbeitsgruppe Seeforelle“ sollte sich um den Fortbestand dieser gefährdeten Art kümmern. Und diese Arbeitsgruppe redete Klartext: In ihrem ersten Bericht benannte sie 1984 schonungslos die Gründe für den Rückgang, vor allem die ungenügenden Schonbestimmungen in der Fischerei im Obersee sowie die Fortpflanzungshindernisse in den Zuflüssen. Und sie machte unmissverständlich klar, dass die Seeforelle in absehbarer Zeit aus dem See und seinen Zuflüssen verschwinden würde, sollten sich ihre Lebensbedingungen nicht grundlegend ändern.
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Die Vorschläge der Arbeitsgruppe wurden im Laufe der Jahre in Taten umgesetzt. Das Schonmaß wurde von 35 auf 50 Zentimeter hochgesetzt. Ferner stoppten die IBKF-Mitgliedsstaaten in den 1990er Jahren in den Zuflüssen den Besatz mit konkurrierenden Regenbogenforellen. Vor allem aber machte man sich daran, die Hindernisse in den Zuflüssen so zu verändern und umzugestalten, dass sie für die Seeforellen passierbar wurden: Der Bau funktionstüchtiger Fischpässe, der Einbau rauer Rampen, die Sanierung von Wehren und von Mündungen der Seitenflüsse in den Rhein – all dies trug dazu bei, dass die Tiere wieder über größere Fließstrecken wandern und so ihre Laichgründe erreichen konnten. |
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Der Fang einer solch prachtvollen Seeforelle hat mittlerweile Seltenheitswert. Foto: Wieser
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Der Erfolg: die Ertragsmengen im Bodensee und die Zahl der Laichfische in den Zuflüssen stiegen wieder kräftig an. Gleichwohl hat die IBKF der „Arbeitsgruppe Seeforelle“ ein erweitertes Mandat erteilt: Sie soll als „Arbeitsgruppe Wanderfische“ auch anderen Fischarten die Zukunft im Bodenseeraum sichern. |
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Literatur: Ch. Ruhlé und andere: Die Seeforelle im Bodensee und seinen Zuflüssen: Biologie und Management. Österreichs Fischerei Nr.58/2005, Seite 230 bis 262. |
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Literatur: Ch. Ruhlé und andere: Die Seeforelle im Bodensee und seinen Zuflüssen: Biologie und Management. Österreichs Fischerei Nr.58/2005, Seite 230 bis 262. |
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