Bestandaufnahme von Alpenrhein und Bodensee
Die Europäische Union fordert in ihrer Wasserrahmenrichtlinie einen weitgehenden Schutz der Gewässer. Erster Schritt auf diesem langen Weg ist eine Bestandsaufnahme des aktuellen Zustands - und des bisher erreichten Schutzes.
Die Materie ist - 0obwohl naturgemäß eigentlich nass - verwaltungs- und ordnungspolitisch ziemlich trocken; und es ist ein wahrhaft umfassendes Regelwerk: die europäische Wasserrahmenrichtlinie, kurz EU-WRRL genannt. Gleichwohl bietet die Richtlinie eine wichtige Grundlage für die Verbesserung der Wasserqualität wie auch des ökologischen Umfelds der europäischen Flüsse und Seen. Für den Umweltschutz ist sie somit von entscheidender Bedeutung.
In der Praxis ist für die Umsetzung der Richtlinie zunächst eine Bestandsaufnahme erforderlich. Für die Fachbehörden, die für das ,,Bearbeitungsgebiet Alpenrhein-Bodensee" zuständig sind, bedeutet das die Fortsetzung einer langen Tradition der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beim Schutz der Gewässer in dieser Region. Jüngster Sproß in dieser mittlerweile sechsköpfigen ,,Kommissionsfamilie" ist die 1995 gegründete Regierungskommission Alpenrhein, in der Vorarlberg und Liechtenstein sowie auch die beiden Schweizer Kantone St. Gallen und Graubünden vertreten sind.
Die Früchte dieser internationalen Zusammenarbeit können sich sehen lassen: ,,Der chemische und biologische Zustand der Gewässer des Bearbeitungsgebietes ist gut", heißt es in dem jetzt vorgelegten Gewässerzustandsbericht der Koordinationsgruppe, die sich mit der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie am Alpenrhein und Bodensee befasst. Gelobt wird dabei insbesondere der Gesamtphosphorgehalt des Bodensees, der mit neun Milligramm pro Kubikmeter Wasser mittlerweile einen Zustand erreicht habe, der langfristig auch stabile Verhältnisse erwarten lasse.
Sorge bereiten dagegen die ,,hydromorphologischen Beeinträchtigungen vieler Gewässer" - im Klartext: Die Zerstörung des natürlichen Gewässer- und Uferverlaufs sowie die Beeinträchtigung des natürlichen Abflusses durch den Bau und den Betrieb von Staubecken. Wie von der EU-Richtlinie gefordert, wurde in dem Bericht das gesamte Umfeld des Flußgebiets Alpenrhein-Bodensee unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse wurden unter anderem in einer Reihe von Karten dokumentiert - beispielsweise in der hier wiedergegebenen ,,Karte Gewässerstruktur".