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| Die Barsche im Bodensee |
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| Barsch, Kretzer, Egli - am Bodensee ist Perca fluviatilis, wie der Flussbarsch biologisch exakt heißt, unter allen drei Namen bekannt. Aber wie kam der Kretzer in den See? |
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Kretzer ist nicht gleich Kretzer. Zumindest nicht im Bodensee. Denn wie Untersuchungen am Limnologischen Institut der Universität Konstanz ergeben haben, teilt sich die Barschbevölkerung des Sees in zwei Untergruppen auf, die sich genetisch voneinander unterscheiden lassen. Eine der beiden Populationen, wie Biologen sagen, besiedelt den Obersee, die andere den Untersee.
Jasminca Behrmann-Godel ist nun in ihrer Doktorarbeit der Frage nachgegangen, wie die Barsche in den Seekamen - und ob sie vielleicht aus zwei unterschiedlichen Einzugsgebieten stammen, etwa Rhein und Donau. Spezielle Genanalysen legen allerdings den Schluss nahe, dass sich die Bodenseebarsche höchstwahrscheinlich erst nach der Besiedelung des Sees in zwei Populationen entwikkelt haben, im Zuge der Anpassung an die unterschiedlichen Lebensbedingungen in den beiden Seeteilen. Weitere Untersuchungen ergaben zudem, dass die Kretzer im Bodensee nicht aus dem Rhein-, sondern aus dem Donaugebiet eingewandert sind.
Dafür stand ihnen allerdings nur ein ziemlich kleines Zeitfenster zur Verfügung: Beim Rückzug des Rheingletschers vor 15.000 Jahren entwässerte ein Teil der in Oberschwaben gelegenen und vom Rheingletscher gespeisten Seen in die Donau. Im Zuge einer Art ,,Seen-Hüpfen" müssen die Barsche von diesen Seen aus dann beim weiteren Rückzug des Gletschers schließlich in den Bodensee eingewandert sein. Auf der anderen Seite verhinderte dagegen der Rheinfall wirkungsvoll eine Einwanderung aus dem Rheinsystem.
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Flussbarsch in Modellpose Foto: Berg
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