Phosphorgehalt sinkt, aber Untersee bereitet Sorgen
Die Gesundung des Bodensees schreitet voran: Nur noch neun Milligramm Phosphor pro Kubikmeter Wasser enthält der Obersee. Doch der Untersee leidet unter Sauerstoffmangel.
Die Bemühungen der Anrainerstaatenum einen sauberen See sind weitererfolgreich: Mittlerweile hat der Phos-phorgehalt des Sees wieder das Niveau der frühen 1950er Jahre erreicht. Nach Ansicht der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) ist dies vor allem auf die Fortschritte bei der Abwasserbehandlung in den vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen. Damit wäre auch bei widrigen Umweltbedingungen eine ausreichende Versorgung des Sees mit Sauerstoff gewährleistet - eine wichtige Voraussetzung für die Gesundung des Bodensees.
Der amtierende Vorsitzende der IGKB, Stephan Müller vom schweizerischen Bundesamt für Umwelt, Waldund Landschaft in Bern, weist allerdings darauf hin, dass diese ,,frohe Botschaft" zwar auf den Obersee, leider aber nicht uneingeschränkt auf den Untersee zutrifft. Dort bereitet den Experten Sorge, dass der Sauerstoffgehalt am Seegrund seit Jahren in den Sommermonaten ziemlich niedrig ist. Die genauen Ursachen für diese schleppende Gesundung sind nicht bekannt. Der im Vergleich zum Obersee flache Untersee ist in mehrere Teile untergliedert. Zudem ist der Einfluss des Windes komplexer als am Obersee. Dadurch ist es schwieriger, Modelle zu erstellen. Diese sind wichtige Voraussetzungen zum Verständnis des Sees einerseits und andererseits für Aussagen zu seiner zukünftigen Entwicklung.
Die IGKB will in den kommenden Jahren diesbezüglich dem Untersee noch mehr Aufmerksamkeit als bisher widmen. Dies betrifft auch den Teil des Aktionsprogramms, der den freien Wasserkörper (Freiwasser) des Bodensees behandelt.

Der Untersee: Halbinsel Mettnau (links), in der Mitte Insel Reichenau (hinten), Halbinsel Höri (rechts )
Foto: Stanko Petek www.luftbild.com