Der Bodensee: drei Teile, ein See
Ein einheitliches Gebilde ist der Bodensee keinesfalls. Neben den beiden großen Seeteilen Ober- und Untersee gibt es noch weitere Seeteile, die mit einem eigenen Namen bedacht worden sind. Eine kleine Namenskunde.  

Blick auf den Überlinger See (rechts), den Seerhein (Mitte links) und den Untersee mit der Insel Reichenau. Foto: Petek, www.luftbild.com
 
Bekanntlich ist das so eine Sache mit geografischen Bezeichnungen. Da sie in aller Regel auf eine lange historische Tradition zurückgehen, kommt es oft genug vor, dass die Abgrenzungen weder scharf noch einheitlich sind. So ist das auch am Bodensee.

Ungleiche Seeteile
Klar ist, dass der See kein einheitlicher Wasserkörper ist, der sich bestenfalls in einzelne Buchten unterteilt. Vielmehr ist der Bodensee schon von seiner Form her eindeutig in zwei große Teile gegliedert: den Obersee, der oftmals als der eigentliche Bodensee angesehen wird, und den Untersee. Verbunden sind die beiden in vieler Hinsicht ungleichen Teile durch den Seerhein, der gewissermaßen durch Konstanz fließt. Die Namensgebung des Obersees ist nicht ganz eindeutig: Eigentlich erstreckt sich dieser Seeteil von Ludwigshafen und Bodman im Westen bis Bregenz im Osten, umfasst also den Überlinger See wie auch den eigentlichen Obersee, der bei der fiktiven Linie Meersburg-Konstanz beginnt. Ein weiterer Teil des Obersees ist der Konstanzer Trichter, auch die Konstanzer Bucht genannt.
Oft genug - und dann kann es durchaus verwirrend werden - wird unter dem Seeteil Obersee aber auch allein das große Hauptbecken verstanden, also ohne Überlinger See und Konstanzer Trichter. Der Obersee ist sozusagen der Anfang des Bodensees: Während der Alte Rhein an der schweizisch-österreichischen Grenze in den See mündet, wandert in der Fussacher Bucht in Österreich der Rheinkanal - Alpenrhein genannt - im Zuge der Rheinvorstreckung Jahr um Jahr weiter in den See hinein.
Ein bisschen gleicht der Untersee in seiner Form dem Gesamt-Bodensee. So wie der See selbst im Westen durch den Bodanrück geteilt ist, so ist der Untersee ebenfalls im Westen durch die Halbinsel Mettnau unterteilt. Diese ökologisch hochwertige Landzunge erstreckt sich von Radolfzell aus gen Osten und grenzt den Gnadensee ab, der im Westen vom Markelfinger Winkel und im Osten von der Insel Reichenau eingerahmt wird. Auf der anderen Seite des Reichenau-Dammes erstreckt sich die Bucht vor dem Wollmatinger Ried, ein wahres Eldorado für Wasservögel.

Untersee ebenfalls dreigeteilt
Neben dem Gnadensee bilden noch zwei weitere größere Teile den Untersee: zum einen der Radolfzeller See, meist kurz Zeller See genannt, also das Becken zwischen den Halbinseln Mettnau und Höri; und zum anderen der Rheinsee, den man auch als Untersee im engeren Sinne ansehen kann. Letzterer erstreckt sich südlich der Insel Reichenau nach Westen und wird dabei auf deutscher Seite von der Höri und im Süden vom schweizerischen Ufer begrenzt. Bei Stein am Rhein schließlich ist der Bodensee zu Ende.  
01.12.2004
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