Bilanz 2004: Rückblick und Programm für die Zukunft
50. Kommissionstagung der Internationalen Gewässerschutzkommission
Der Schutz des Bodensees – das ist das oberste Ziel der in der IGKB zusammengeschlossenen Länder und Kantone. Um diesen Schutz auch in Zukunft zu gewährleisten, hat die Kommission bei ihrer 50. Tagung in Lindau eine umfangreiche Bilanz vorgelegt und gleichzeitig ein Aktionsprogramm für die nächsten Jahre auf den Weg gebracht.

Personen von links nach rechts: Fuhrmann (BW), Stadler (A), Michel (CH), Scheufele (Schwaben, BY), Geisenhofer (BY), Müller (CH), Hilbe (FL)
 
Sie kann sich zweifellos sehen lassen, die Bilanz, welche die Internationale Gewässerschutz-
kommission für den Bodensee (IGBK) jetzt der Öffentlichkeit vorgelegt hat. Dabei schlägt auf der Habenseite vor allem der in den letzten Jahrzehnten stark gesunkene Phosphorgehalt des Sees
zu Buche. Die gewaltigen Anstrengungen, die seit den sechziger Jahren rund um den See und in seinem Einzugsgebiet bei der Reinigung der Abwässer unternommen wurden, haben sich gelohnt: Der Phosphorgehalt im Bodensee-Obersee, ein wichtiger Gradmesser für die Wirksamkeit dieser Maßnahmen, liegt nun mit zehn Milligramm pro Kubikmeter Wasser so niedrig wie noch nie seit Bestehen der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee. 
Mit einer konsequenten Politik und der gewaltigen Summe von rund vier Milliarden Euro ist es der Staatengemeinschaft also gelungen, die Gefahr des Sauerstoffschwundes am Grund des Sees wirkungsvoll zu bannen. Dadurch kann der See auch heute seine vielfältigen ökologischen Funktionen noch erfüllen – nicht zuletzt um Millionen von Menschen als wertvoller Trinkwasser-
speicher zu dienen. 
Die Trockenheit hinterließ deutliche Spuren: Am steilen Ufer des Bodanrücks waren lange Strand-
spaziergänge möglich, rund um die Insel Reichenau lagen riesige Seeteile trocken. Auch die Schifffahrt bekam den extrem niedrigen Wasserstand zu spüren: Die Anlegestege in Langenargen und Bad Schachen bei Lindau konnten wochenlang nicht bedient werden.  
Doch zu einer ordentlichen Bilanz gehören selbstverständlich nicht nur die positiven Punkte, sondern auch Posten, die noch abgearbeitet werden müssen: Beispielsweise Maßnahmen an den Boden-
seezuflüssen. Im Vordergrund steht jetzt insbesondere die Beseitigung der über weite Strecken vorhandenen Uferverbauung. Diese Bereiche bilden den Schwerpunkt eines umfangreichen Aktionsprogrammes, das in den kommenden Jahren im Rahmen vorhandener Haushaltsmittel umgesetzt werden soll.  
01.06.2004
Additional Keywords: DATE0203 AUSGABE19