Seezustand hat sich weiter stabilisiert
44. Tagung der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB)
am 19. und 20. Mai 1998 in Abtwil (Kanton St. Gallen)
Gestiegene Nutzungsansprüche an den Bodenseeraum, die neuen Belastungen bringen: diese könnten den sichtbaren Erfolg der Gewässerschutzbemühungen gefährden. Deshalb hält es die Internationale Gewässerschutzkommision für den Bodensee (IGKB) für nötig, auf eine nachhhaltige Entwicklung von Ökologie und Ökonomie hinzuarbeiten.
Delegationsleiter bei der Unterzeichnung des Ergebnisprotokolls der 44. IGKB-Tagung in Abtwil:
v. l.: oben Fuhrmann, Oberleitner; unten Schweizer, Blumenwitz 
Die Kommision hat sich in Abtwil zu ihrer jährlich stattfindenden zweitägigen Arbeitssitzung getroffen und zur Kenntnis genommen, daß sich die Phosphorkonzentration als "Barometer" der biologischen Seewasserqualität günstig entwickelt hat. Die Erfolge der Reinhaltemaßnahmen der Staaten im Einzugsgebiet des Sees würden "immer deutlicher sichtbar", teilte die IGKB mit.
Nutzungsansprüche steigen
"Gleichzeitig steigen aber die Nutzungsansprüche an den See und sein Umland, die neue Belastungen verursachen." Dies erfordere, die Kommissionsarbeit weiter zu fassen und die Schwerpunkte zu verschieben, um Verschlechterungen der Qualität des Bodensees vorzubeugen. Unter diesen Voraussetzungen sei "ein Ausgleich widerstreitender ökologischer und ökonomischer Interessen am Bodensee möglich". Dies ist das Fazit der 44. Tagung der IGKB.
Der Phosphorgehalt ist im Verlauf des Jahres 1997 bis zum Frühjahr 1998 weiter auf 17 Milligramm pro Kubikmeter gesunken. Dies sei vor allem dem Ausbau und der Modernisierung der rund 220 Kläranlagen im Einzugsgebiet des Bodensees zu verdanken. Die Städte, Gemeinden und Betriebe hätten dafür allein innerhalb der letzten zwei Jahre mehr als 500 Millionen Franken investiert.
Für einheitliche Normen
Die Gewässerschutzkommission setzt sich für europaweit einheitliche Abgaswerte für Bootsmotoren auf Binnenseen ein, die sich an den strengen, "aber technisch ohne weiteres einhaltbaren Anforderungen" der Bodensee-Schiffahrts-Ordnung (BSO) orientieren.
Neben der Fortführung der bewährten Programme sieht die Kommission den künftigen Handlungsschwerpunkt in allen Umweltbereichen, um eine nachhaltige Entwicklung von Ökologie und Ökonomie am See zu erreichen. "Um die dafür erforderliche Akzeptanz zu verbessern und die nötigen Mittel zu erhalten, müssen Information und Kommunikation im Dialog mit Öffentlichkeit und Politik intensiviert werden. Wir alle stehen in der Verantwortung, das Natur- und Kulturgut Bodensee unbeschädigt der nachfolgenden Generation zu übergeben", betonte der Kommissionsvorsitzende Klaus-Peter Blumenwitz (Bayern).
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